Rosige Zeiten: Rosen als Hobby

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Wenn Männer in den Blumenladen gehen, verlangen sie meistens weiße, gelbe oder rote Rosen „mit etwas Grün“. Nicht so Blogger Rudolf. Mit seinem Wissen kann er selbst Floristen beeindrucken. Er interessiert sich für „Damascena“, „Comtesse Cécile de Chabrillant“ oder „Noisettes“. Denn Rudolf ist ein „Rosomane“ und pflegt einen Rosengarten mit über 360 Arten – der Großteil davon historisch.
Rose de Resht Blüte
Kann man einen Blog zum Thema „Rosen“ füllen? Und wie! Seit 2012 schreibt Rudolf aus Hessen über seine blumige Leidenschaft. Bis zu 70 Artikel kommen auf seinem Blog bisher jedes Jahr zusammen. Sogar ein eigenes Rosen-Wiki hat der Hesse angelegt, um über die Vielfalt der Pflanzengattung zu informieren.

Die Königin der Blumen

Warum Rosen, mag sich der eine oder andere fragen. Ganz einfach: Sie sind besonders. Rosen sind nicht nur die vermutlich bekannteste Pflanzengattung. Seit der griechischen Antike gilt sie auch als „Königin der Blumen“. Noch heute ist sie ein Symbol für Sinnlichkeit und Liebe.

Sowohl im Christentum als auch im Islam steht die Rose für Verschwiegenheit, Schmerz, Vergänglichkeit und Tod – und allen voran natürlich für die Liebe. Deshalb gehört sie an Valentins- Geburts- und Muttertagen auch zu den beliebtesten Blumen. Neben ihrer Symbolkraft und ihrem farbintensiven, sinnlichen Aussehen erfüllt sie auch einen funktionalen Nutzen. Ihre Kronblätter enthalten ein Öl, das ein wichtiger Inhaltsstoff für die Parfumindustrie ist.

„Rosen waren mir 50 Jahre lang ein Gräuel“

Zu seinem großen Hobby, das er auch in einem beeindruckenden Rosengarten mit über 360 verschiedenen Arten hegt und pflegt, kam Rudolf wie die Jungfrau zum Kind: „Rosen waren mir 50 Jahre lang ein Gräuel: Drei stachlige Triebe mit wenigen Blättern und unförmigen Blüten in grellen Farben, zumeist ohne Duft. Dann sah ich die ersten Rosen von Austin – warme Pastellfarben, raffinierte Blütenformen mit intensiven Düften.“

Ein Jahr später sah er in England zum ersten Mal Historische Rosen. Von da an war es um ihn geschehen. Rudolf wurde zum „Rosomanen“, wie er sich selbst nennt – einem von Rosen Besessenen.

Rosengarten mit über 350 Rosenarten

Der Rosenpark Wallenrod: In Rudolfs Rosengarten tummeln sich über 360 verschiedene Rosenarten.

Was sind historische Rosen?

Historische Rosen, das sind die Rosen des Altertums, 2.400 Jahre alt, die sich bei uns im 16. Jahrhundert – zum Teil auch schon früher – weiterentwickelten und im 19. Jahrhundert zu einer Explosion der Rosenzüchtung, vor allem in Frankreich, führten“, erklärt uns der Lauterbacher.

So genannte Austin-Rosen stammen von dem englischen Rosenzüchter David Austin. Bereits seit den 60er Jahren züchtet er weltbekannte englische Rosen (Quelle).

Besser gefallen Rosen-Blogger Rudolf jedoch die Schönheit der historischen Rosen: „Sie haben Farben, die der Seele schmeicheln, die man stundenlang anschauen kann, ohne dass es weh tut – wie bei dem grellen Orange, Lachs, Gelb oder Rot der Modernen Rosen. Das kräftigste Rot oder Gelb einer Historischen Rose bleibt sanft, die Düfte sind stark und von einer unvorstellbaren Vielfalt.“

Hochwertige Rosen vom Züchter

Sein Experten-Rat für Rosen-Amateure und Hobbygärtner: Wer sich keine Historische Rose leisten kann, sollte zumindest keine aus der Rosenindustrie nehmen. Stattdessen empfiehlt er, sich direkt an einen Züchter zu wenden. Jean Pierre Vibert II, Rolf Sievers oder Hans Jürgen Weihrauch, um nur einige Namen zu nennen.“ Wer sich informieren möchte, kann sich auch in Rudolfs eigenhändig angelegten Wiki mit über 2600 Einträgen, dem „Rose-Biblio“ umsehen.

Allerings irrt sich jeder, der denkt, dass historische Rosen teuer sind. Sie sind lediglich etwas schwerer zu beschaffen als herkömmliche Rosen, denn natürlich findet man sie nicht im Baummarkt um die Ecke, aber wer im Internet nach den oben genannten Züchtern sucht oder sich alternativ an die älteste deutsche Rosenschule in Bad Nauheim wendet, bekommt schnell Rat und Hilfe – und Rosen!

Eine kleine Auswahl an Historischen Rosen und Fundrosen aus Rudolfs Garten findet ihr hier:

Rosengarten Besucher
Fantin Latour
Sidonie
William Lobb
Variegata di Bologna
Superb Tuscany
Welzow
Souvenir de McKinley
Princesse de Lamballe
Tuscany Superb Hagebutten
Président de Sèze
Dometil Beccard
Jacques Cartier
Anaïs Ségalas
Duchesse de Montebello
Danke Rudolf für deine Tipps und die wunderbaren Bilder. Wir wünschen dir weiterhin rosige Zeiten!

Rudolf über seine Historische Rosen

Wenn ich im Juni in meinen Garten komme, empfängt mich schon in 50 m Entfernung eine Duftwolke! Viele blühen zwar nur einmal im Jahr, 4 bis 8 Wochen lang, dafür aber in unglaublicher Fülle, an schönen Sträuchern, die auch nach der Blüte eine Augenweide sind. 500 Blüten in dieser Zeit sind mir lieber, als den ganzen Sommer und Herbst hindurch 3 oder 4 Blüten an einer Tee-Hybride oder ein zwar üppiger, aber langweiliger Dauerflor von duftlosen Floribundas.

Wenn schon eine Rose aus diesen Tagen, dann sollte man keine der Rosenindustrie kaufen, sondern eine von einem der begnadeten Amateurzüchter, von Jean Pierre Vibert II, dem Ur-Ur-Enkel des wohl genialsten Züchters des 19. Jahrhunderts oder von Rolf Sievers, der moderne Versionen der sehr alten Albas züchtet, oder Hans Jürgen Weihrauch, der auf den Spuren des großen Rudolf Geschwind wandelt, dem Züchter besonders schöner, harter, duftender und gesunder Rosen aus dem ehemaligen Österreich-Ungarn, um nur einige Namen zu nennen.

© Rudolf Bergmann /rudolfshistorischer-rosen-park.blogspot.de
© Rudolf Bergmann / roses.shoutwiki.com

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