Reisebericht Andalusien im Winter – Tapas, Wein und Flamenco

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Andalusien ist ein wundervolles Fleckchen Erde. Es gilt als die Wiege des Flamenco, die Geburtsstätte des Stierkampfes mit der ältesten Stierkampfarena der Welt in Ronda und bietet einige der schönsten Städte Europas. Das alles gibt es in einer Region vereint. Andalusien lebt von seiner Leichtigkeit, wie kaum eine andere Region und begeistert jeden Besucher. So auch uns, denn wir waren im Dezember auf einer 10-tägigen Tour vor Ort. Wir haben uns Andalusien angesehen und haben neben vielen spannenden Eindrücken auch diesen Reisebericht zu Andalusien im Winter mitgebracht. Hoffentlich kann das den einen oder anderen inspirieren, auch mal einen Ausflug dorthin zu unternehmen.

Andalusien im Winter

Auch im Winter ist Andalusien wunderschön und bietet mit seinem eigenen Charme viele Möglichkeiten zur Entspannung.

Sevilla – Die Hauptstadt Andalusiens

Unsere Reise beginnt in Sevilla, der Hauptstadt der Region und viertgrößten Stadt Spaniens. Die Stadt ist bequem in 3 bis 3,5 Stunden mit dem Flugzeug aus allen großen Städten Deutschlands erreichbar. Besonders günstig sind die Billigflieger, mit denen man in den Wintermonaten für kleines Geld nach Andalusien reisen kann.

Vom kleinen Flughafen in Sevilla kann man mit dem Bus bequem innerhalb von 15 bis 20 Minuten ins Stadtzentrum gelangen. Dort angekommen, lässt sich die Altstadt Sevillas super zu Fuß erkunden und ist in 2 Tagen ganz entspannt schaffbar. Denn fast alle großen Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander.

Nicht entgehen lassen dürft ihr euch die berühmte und zweitälteste Stierkampfarena der Welt. Eine Besichtigung mit Audioguide in diversen Sprachen dauert ca. 40 Minuten und vermittelt einen guten Eindruck über die Geschichte des Stierkampfes, die weit ins Ende des 18. Jahrhunderts zurück reicht.

Giraldi Sevilla

Die Giraldi Kathedrale in Sevilla gilt als drittgrößte weltweit.

Nicht weit davon entfernt befindet sich die Giralda mit der Kathedrale Sevillas. Das imposante Gebäude ist uralt und vom Giralditurm hat man einen herrlichen Blick auf das bunte Treiben der Stadt. Die Kathedrale ist eine der letzten gotischen Kathedralen Spaniens aus der Zeit der Renaissance. Durch ihr Größe gilt sie als drittgrößte Kathedrale der Welt nach dem Petersdom im Vatikan und der St. Paul’s Cathedral in London.

Gleich gegenüber von der Giralda befindet sich der El Alcazar, dem alten Festungspalast der Stadt. Erbaut im Jahre 913 war er lange Zeit Herberge vieler Monarchen und dient auch heute noch dem Spanischen König und seiner Familie als Unterkunft bei Besuchen. Der Eintritt kostet 9 EUR pro Person und ermöglicht den Zugang zu mehreren sehr schöne Gärten in der Anlage, unter Anderem einen Englischen Garten.

Generell herrscht überall in Sevilla eine beschwingte, ausgelassene Stimmung. An fast jeder Ecke findet sich eine Bodega, ein Café oder eine Tapas Bar, die vor Gästen nur so überquillt. Wer sich hier am Abend mit ein paar Tapas stärken mag und dabei Wein oder Bier genießt, der wird diese Lebensfreude auch direkt zu spüren bekommen. Das tolle Essen und der fantastische Wein helfen dabei auf jeden Fall. Die Preise in Sevilla sind aus unserer deutschen Sicht dabei sehr human. Selbst im Dezember bei unserem Besuch kam so eine entspannte Urlaubsstimmung auf. Kein Wunder, denn in der Stadt scheint auch dann die Sonne bei 20 bis 25 Grad. Das macht Andalusien im Winter zu einem so angenehmen Reiseziel, wenn es in Deutschland eher kalt und grau ist.

Sevilla im Winter Plaza de Espana

Der Plaza de España in Sevilla ist vor allem in der Abenddämmerung ein romantischer Ort zum Verweilen.

Die Architektur Sevillas ist einzigartig. Bei einem Rundgang durch die Stadt solltet ihr unbedingt einen Halt am Plaza de España machen. Der riesige halbrunde Platz mit Springbrunnen in der Mitte ist aus rotem Backstein und mit bunten Keramikfliesen verziert. Außerdem durchzieht ein künstlich angelegter Fluss den Platz. Ein Hauch aus Barock und Renaissance vereint sich hier. Das Gebäude wurde zur iberoameriknischen Expo 1929 erbaut. Auch Filmfans kommen hier auf ihre Kosten. Wer schon immer mal einen Drehort aus der Star Wars Saga besuchen wollte, ist am Plaza de España genau richtig. Hier wurden im Jahre 2001 einige Szenen aus Episode II – Angriff der Klonkrieger gedreht. Für die kleine Pause zwischendurch empfiehlt sich ein Abstecher in den angrenzenden Park. Auf einer schattigen Bank kann man super die Seele baumeln lassen und dem Getümmel entfliehen.

Ronda – Zentrum der weißen Städte Andalusiens

Unsere Winter-Tour führt uns mit dem Mietwagen (in der Nebensaison übrigens für unter 20 EUR am Tag zu haben) quer durch die Region Andalusien, mit seinen Zypressen, Orangen und Olivenhainen, in leicht bergige Gebiete. Ganz allmählich wird es hügeliger und nach etwa 2 Stunden Fahrt sind wir auch schon in Ronda – der weißen Stadt – angekommen. Den Beinamen trägt die Stadt, da viele Häuser Rondas weiß sind, um im Sommer weniger Wärme aufzunehmen. Im Umfeld Rondas gibt es übrigens noch weitere weiße Städte. Im Winter ist es in Ronda aber angenehm bei 15 bis 20 Grad am Tag. Gegen Abend kann man dann auch schon mal die Jacke rausholen.

Da die Stadthotels auch in der Nebensaison recht teuer sind und sehr kleine Zimmer haben, entscheiden wir uns für eine typisch spanische Posada, nur 10 Minuten mit dem Auto von Ronda entfernt. Hier haben wir in einem idyllischen Tal gelegen, geräumige Zimmer, einen herrlichen Blick, hervorragendes Essen und guten Wein….was will man mehr?!

Ronda im Winter Puente Nuevo

Die beeindruckende Brücke Puente Nuevo in Ronda liefert ein tolles Fotomotiv.

Ronda thront oben auf einem Felsen, etwa 800 m über dem Meeresspiegel. Hier befindet sich die älteste (und schönste) Stierkampfarena der Welt – die Plaza de Toros de Ronda. Sie stammt aus dem Jahre 1783. Der Eintritt kostet 7 EUR pro Person. Einen kurzen Spaziergang entfernt liegt die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt, die Puente Nuevo – die spektakuläre Brücke mit ihren 4 Torbögen thront über 100 m über der Schlucht darunter und verbindet den alten und neuen Teil der Stadt miteinander. Sie ist DIE Sehenswürdigkeit Andalusiens. Fotohungrige machen am besten einen Spaziergang runter und genießen den beeindruckenden Blick auf die Stadt und den kleinen Wasserfall, der sich seinen Weg durch die Schlucht bahnt.

Die Shopaholics unter euch kommen in Ronda auch nicht zu kurz. Unzählige Geschäfte mit toller spanischer Mode drängen sich in der Einkaufsstraße Carrera Espinel dicht aneinander. Um die Stadt am besten auf sich wirken zu lassen, schlendert man einfach durch die Altstadt, lässt sich von den schmalen Gassen, Restaurants, Kirchen und Weinbars verzaubern. Richtig Leben kommt in der Stadt übrigens erst mit der Dunkelheit auf (also nach 18 Uhr). Dann haben nicht nur alle Geschäfte geöffnet, sondern auch die einheimischen gesellen dazu und bevölkern die Straßen und Lokale. Außerdem kommt im Winter in Ronda bei Dunkelheit dank der Weihnachtsbeleuchtung im Dezember ein tolles Ambiente zu Stande. 

Die Costa del Sol im Winter erleben

Da Ronda nur 50 km von der Costa del Sol entfernt liegt, ist unser Weg zum Meer gar nicht weit. Gerade mal 1 Stunde folgen wir der kurvigen Straße durch die zerklüftete Landschaft AndalusiensWir verbringen einige Tage, nahe Estepona, an der sonnenverwöhnte Küste, die 300 Tage Sonne im Jahr zählt.

Das Schöne im Winter ist, dass es an der Costa wirklich leer ist. Sowohl die Strände als auch Bars und Restaurants sind nicht ganz verlassen, aber wirklich erholsam leer. Man trifft zu dieser Zeit eher auf Einheimische als auf andere Touristen, was dem ganzen Ausflug ein sehr angenehmes Gefühl gibt. Während es im Sommer oft sehr heiß und sehr voll ist, kann uns Andalusien im Winter wirklich begeistern. Die Temperaturen sind bei unserem Ausflug auch konstant zwischen 15 und 20 Grad bei strahlendem Sonnenschein, spanischer Winter eben.

Costa del Sol im Winter

Im Winter hat man den Strand der Costa del Sol ganz für sich alleine.

Als Tagesausflüge bieten sich Trips nach Malaga, Marbella oder Gibraltar anLetzteres begrüßt uns mit seinem imposanten Felsen schon von Weitem. Majestätisch ist der Aufstieg mit der Seilbahn, die neben der Auf-und Abfahrt den Eintritt in die St.Michael’s Cave, einer kleinen Tropfsteinhöhle, und in das Castell gewährt. Herrlich ist der Blick von oben auf die Meerenge, die zwischen Europa und Afrika liegt und gerade mal 14 km breit ist.

Wer lieber auf kleine, verwinkelte Gassen steht, ist in der Altstadt von Marbella genau richtig. Wer erst einmal die wuseligen großen Straßenschluchten durchquert hat, der wird von der kleinen Altstadt begeistert sein. Denn dort geht es ruhig und entspannt zu. An jeder Ecke ein anderes Café oder Restaurant. Am gemütlichsten ist es am Plaza de los Naranjos. Umgeben von Orangenbäumen schlürft sich der Cappuccino doch gleich viel besser. Wer von Tapas gar nicht genug bekommt, der kann zu jeder Tageszeit in einem der kleinen Lokale z.B. 6 Tapas zum Festpreis von 10 EUR bekommen – schönes Ambiente inklusive!

Sollte euch der Trubel an der Küste zu viel sein, schnappt euch euren Mietwagen und fahrt ins Hinterland. Das hübsche Bergdorf Benahavis eignet sich hervorragend für einen Spaziergang und einen Stop in einer der unzähligen Tapas-Bars – spitzen Wein inklusive! Außerdem sorgen zahlreiche Flamenco-Shows für ein spannendes Abendprogramm. Wir haben eine Show besucht und waren von dem sehr ausdrucksstarken und leidenschaftlichen Tänzen angetan.

Malaga – Picassos Heimat

Nach ein paar Tagen an der Costa del Sol und den beschriebenen Ausflügen lassen wir uns zum Abschluss weiter Richtung Osten treiben. Dort besichtigen wir am Ende unserer Rundreise durch das „winterliche“ Andalusien eine der größten Städte der Region – Malaga. Hoch oben über der Stadt liegt herrschaftlich auf dem Burgberg das Castillo de Gibralfaro. Die alte Burg ist heute eine Ruine und täglich zu besichtigen. Von der Aussichtsplattform Mirador de Gibralfaro hat man einen tollen Blick auf den Hafen und die Altstadt. Wer es nicht ganz bis nach oben schafft, der verweilt in der Alcazaba – einer alten maurischen Festung mit kleiner Parkanlage und schönem Blick auf das Amphitheatre Romano, einer Ausgrabungsstätte aus der römischen Zeit.

Malaga im Winter Zentrum

Der Blick auf Malagas Altstadt mit der römischen Ausgrabungsstätte ist wirklich beeindruckend.

Malaga ist aber vor allem bei Kunst-Liebhabern bekannt. Denn kein geringerer als Pablo Picasso wurde hier geboren. Aus seinem Geburtshaus wurde das Museo Picasso. Für 7 EUR pro Person erhält man Eintritt in 11 verschiedene Räume, die unterschiedliche Werke aus den Phasen seines Lebens zeigen. Im dazugehörigen Bookstore kann man dann noch fleißig ein paar Souvenirs, wie Kunstdrucke seiner Werke erstehen.

Fazit: Andalusien im Winter ist einfach wunderbar

Unsere Reise endet in Malaga. Nach 10 Tagen Andalusien begeben wir uns Richtung Heimat. Von hier aus fliegen alle großen und kleinen Fluggesellschaften (auch im Winter) mehrfach die Woche nach Deutschland. Zusammenfassend muss man sagen, das sich der Urlaub wirklich gelohnt hat. Nicht nur das angenehme Wetter macht Andalusien im Winter zu einem spannenden Reiseziel, sondern auch die vielen kulturellen Eindrücke, die wir wieder mit nach Hause nehmen. Außerdem haben wir im Gepäck natürlich ganz viel Sonne, aromatisches Olivenöl, wohlschmeckenden Wein und ganz viel Lebensfreude. Olè!

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