Saisonküche: Saisonal, regional, optimal

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Umweltschutz, Fair Trade, Nachhaltigkeit: Das sind die brennenden Themen unserer Zeit. Und der Wandel fängt bei jedem Einzelnen und schon im ganz Kleinen an. So zum Beispiel bei der Entscheidung, statt im Januar Spargel zu essen, lieber auf Rosenkohl umzusteigen und im April hierzulande keine Erdbeeren zu kaufen. Wir geben Tipps und Anregungen für eine vollwertige Saisonküche.

regionale saisonale produkte

Regionale und saisonale Küche bringt einen Sinneswandel mit sich.

Schon bekennender Saisonal-Esser?

Steph ist 33 Jahre alt, Bloggerin und „bekennender Saisonal-Esser“: Sie kocht mit dem, was unsere heimische Natur zu den unterschiedlichen Jahreszeiten bereithält. Auf ihrer Seite Minimatriarchin.blogspot.de kommen deshalb nicht nur Freunde schöner Bilder auf ihre Kosten, sondern auch solche, die ernährungstechnisch umdenken möchten:

Neben saisonalen Rezepten geht es in meinem kleinen Blog Mini Matriarchin auch um allerlei Selbstgemachtes und Schönes. My blog is my happy place.“

Saisonal essen bedeutet in dem Fall fast immer regional essen: Denn wer das isst, was der Kreislauf der Jahreszeiten mit sich bringt, kann sich ganz automatisch in heimischen Gefilden bedienen.

Birnen aus Südafrika: Muss das wirklich sein?

supermarkt obst gemuese

So wie unsere Supermärkte hierzulande funktionieren, funktioniert die Natur nicht.

Müssen wir uns wirklich von Birnen aus Südafrika, Auberginen aus der Türkei, Erdbeeren aus Israel, Kartoffeln aus Ägypten, Paprikaschoten aus Marokko, Aprikosen aus Südamerika und Tomaten aus Spanien ernähren? Der Importkalender für das Obst und Gemüse unserer Supermärkte zeigt, dass unser Konsum nichts mehr mit dem natürlichen Angebot im eigenen Land zu tun hat. Doch wer hat uns eingepflanzt, dass alles zu jeder Jahreszeit verfügbar sein muss? So funktioniert die Natur nicht.

Wir haben uns vom Rhythmus der Natur inzwischen so weit entfernt, dass wir nicht einmal mehr wissen, was hierzulande zu welcher Jahreszeit wächst. Tatsache ist, dass die meisten Gemüse- und Obstsorten in Deutschland nur einige Monate im Jahr geerntet werden und zu allen anderen Jahreszeiten Importe in unseren Supermärkten lauern – eine große C02-Belastung für unseren Planeten und oft auch eine qualitative Einbuße.

Bloggerin Steph weiß, dass es auch ganz anders geht und hat durch den Umstieg auf mehrheitlich regionale und saisonale Produkte ein ganz anderes Gefühl für die Natur und die Jahreszeiten bekommen:

Durch den Verzicht auf nicht-saisonale Produkte – z.B. Tomaten und Paprika im Winter und Äpfel im Frühling und Sommer – erlebt man den Wechsel der Jahreszeiten umso mehr. Ich freue mich jetzt schon wie Bolle auf die leckeren regionalen Erdbeeren im Juni und werde diese dann auch exzessiv genießen.“

Saisonale Küche bedeutet große Abwechslung! Denn wer sich an die Launen der Natur anpasst, muss automatisch im Speiseplan kräftig rotieren. Auf ihrer Seite listet Steph regelmäßig ihr neuestes Lieblingssaisongemüse auf und ist mittlerweile schon bei Nummer 21: Mairübchen. Im März waren es Pastinaken. Dazu gibt es leckere Zubereitungsarten, Tipps und Rezepte von der leidenschaftlichen ‚Ausprobiererin’ – zum Beispiel das besonders lecker anmutende Pastinaken-Kartoffel-Püree.

5 praktische Tipps für saisonale und regionale Küche

Spargel Saison

Ran an den Spargel! Im Mai hat er hierzulande große Saison.

Saisonal schön und gut, doch wie kann ich diese Idee, zum Beispiel im Stadtleben, praktisch umsetzen?

Tipp 1: Mein bester Freund, der Saisonkalender

Als Allererstes muss sich ein künftiger Saisonesser gut informieren. Saisonkalender für Gemüse, Obst und Salate zeigen uns, wann was regional erhältlich ist – und wann man die Finger davon lassen sollte.

Tipp 2: Die Öko-Kiste

Bio-Kisten werden auch in die Stadt geliefert und stammen meist von den Bauern aus der Umgebung. Dieses Kriterium kann – und sollte unbedingt – je nach Lieferant nochmal genau spezifiziert werden. Denn einige Bio-Abos bieten auch globale Produkte an.

Tipp 3: Wildkräuter am Wegesrand

Wie viele von uns wissen, was in der Natur alles essbar ist? Zu Zeiten, in denen alles im Supermarkt in sekundenschnelle erwerbbar ist, geht das Wissen über unseren natürlichen Supermarkt vor der Haustür verloren. Und die Auswahl dort ist umwerfend! Vor allem im Frühling lauern auf jeder Wiese Unmengen an Wildkräutern, die sich hervorragend für Salate und Saucen eignen. Wer sich nicht auskennt, kann einen Wildkräuter-Kurs absolvieren, um die kulinarische Vielfalt des eigenen Gartens und der städtischen Wiesen zu erkunden. Diese werden mittlerweile kostengünstig von Volkshochschulen deutschlandweit angeboten.

So kann man aus dem „Unkraut“ Brennnesseln einen wunderbaren Spinat machen, der vor wichtigen Vitalstoffen nur so strotzt und mit Giersch und Bärlauch tolle Pestos herstellen. Ein Bisschen Gundermann und Bärenklau sind hingegen tolle Salatzutaten, deren Nährwert den aller anderen Salate übersteigt. Einfach mal auf Entdeckungsreise gehen!

Tipp 4: Verpackungen studieren

Inzwischen sind Gemüse- und Obstproduzenten in Deutschland dazu verpflichtet, das Herkunftsland ihrer Ware zu benennen. Hier hilft also schon der einfach Blick auf das Etikett oder die Preistafel. Wenn es keine deutschen Produkte in den Regalen gibt, gibt es auch keine auf unseren Feldern!

Tipp 5: Wochenmärkte besuchen

In jedem Dorf und jeder Stadt Deutschlands werden regelmäßig Märkte für regionale Produkte organisiert. Wer dort einkauft, kauft mit dem gutem Gewissen ein, etwas für die Region und die Natur zu tun.

Im Moment haben hierzulande übrigens Spargel, Spinat, Rucola und Rhabarber Saison! Bon appétit!

 

 

 

 
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